Maßnahmen zur Verbesserung der Unterrichtsversorgung greifen nicht und treffen besonders die schwächsten Schüler
Modder: Streichung von Entlastungsstunden für Beratungslehrer ist fahrlässig
Bunde/Hannover. Unzureichend bis nicht tragbar seien die Maßnahmen, die die CDU/FDP-Landesregierung jetzt als Konzept zur künftigen Schulstruktur und zur Unterrichtsversorgung in Niedersachsen vorgelegt hat. „Die Vorschläge der Landesregierung verbessern weder nachhaltig die Unterrichtsversorgung, noch wird ein einziger Beitrag zur Weiterentwicklung des Schulwesens geleistet“, so Modder.
Besonders fragwürdig sei der Ansatz, Beratungslehrern Entlastungsstunden zu streichen. Beratungslehrer nehmen in den Schulen vor allem die Aufgabe der Einzelfallhilfe wahr: Beratung von Schülern und Schülerinnen, Eltern und Lehrkräften bei individuellen Lern- und Verhaltensproblemen und bei sozialen Problemen in der Schule. „Hier wird wieder am falschen Ende gespart,“ so Modder. Denn im Bereich der Beratung sei die Landesregierung bereits im letzten Jahr darauf verfallen, gegen alle Erkenntnisse Stellen zu streichen. Die Anzahl der Stellen von Schulpsychologen war entgegen Entwicklungen in anderen Bundesländern in Niedersachsen massiv zusammengestrichen worden. Die GEW hatte sich in dieser Angelegenheit in einem offenen Brief an die Landtagsabgeordneten gewandt und vor einem Kollaps der Schulpsychologie gewarnt.
Etwa zwanzig Prozent der Schulkinder zeigen psychologische Auffälligkeiten, rund zehn Prozent verlassen die Schulen ohne Abschluss. „Durch die Einführung der Eigenverantwortlichen Schule und die unbestrittene Zunahme von Verhaltens- und Lernproblemen in den Schulen ist der Bedarf nach qualifizierter Beratung noch gestiegen. Jetzt noch den Beratungslehrern zusätzlich Bürden aufzuhalsen, ist fahrlässig und unverantwortlich“, so Modder abschließend.











