Erfreuliche Verbesserungen bei PISA zu erkennen
Weiterhin gezielte Förderung benachteiligten Jugendlicher gefordert
„Der Schock ist ausgeblieben, wir können uns über Verbesserungen - wenn auch in bescheidenem Umfang - freuen“, kommentiert die SPD- Bundestagsabgeordnete Gesine Multhaupt die jüngsten Ergebnisse der aktuellen PISA Studie. Sie beglückwünschte Sachsen zu seinem Platz als Klassenprimus an der Spitze der Bundesländer.
Die Ergebnisse der Untersuchung machten auch deutlich, dass sich Verbesserungen im Schulsystem erst zeitverzögert in positiven Resultaten niederschlügen. Deshalb werde es wohl noch einige Zeit dauern, ehe Niedersachsen das graue Mittelfeld verlassen könne, das es bei der PISA Studie einnimmt. Die Bemühungen um die Strukturreform der Schulen müssten fortgesetzt werden.
Immerhin - so Gesine Multhaupt - könne man vorsichtig positiv bewerten, dass sich die migrations- und sozial-bedingten Kompetenzunterschiede gegenüber vorherigen Untersuchungen leicht abgeschwächt hätten. Allerdings dürfe das nicht darüber hinwegtäuschen, dass Lernerfolge nach wie vor eindeutig von der sozialen Herkunft abhängig seien. Deshalb sollte das Augenmerk in der Bildungspolitik auf der gezielten Förderung leistungsschwächerer Schüler liegen, deren Prozentsatz vor allem in den Hauptschulen noch sehr hoch sei.
„Unser Ziel muss es sein, jede Schule vor Ort in die Lage zu versetzen, dass sie jedem Schüler und jeder Schülerin individuelle Förderangebote machen kann, um ihnen den Weg zu einem guten Schulabschluss zu ebnen und die noch bestehenden Benachteiligungen aufzuheben“, meint Gesine Multhaupt. „Wir hoffen, mittelfristig auch die Zahl der Schulabbrecher, die derzeit bei 8,2 Prozent in Niedersachsen liegt, durch gezielte Förderprogramme zu verringern."
Die mangelnde Durchlässigkeit und hohe Selektivität des dreigliedrigen Schulsystems sei und bleibe dabei ein negativer Faktor. Nach wie vor sei das Ganztagsschulprogramm ebenso wie nationale Bildungsstandards und die Gebührenfreiheit der Bildungseinrichtungen vom Kindergarten bis zur Hochschule ein erklärtes Ziel sozialdemokratischer Bildungspolitik. Auch die Forderung nach Abschaffung der Hauptschule erhalte durch die Ergebnisse aus Sachsen, wo es eine Hauptschule nicht mehr gebe, neue Nahrung.
Bewertet wurden in dieser jüngsten Studie, deren Ergebnisse aktuell vorgelegt wurden, bundesweit die Leistungen von rund 40.000 Schülern im Alter von 15 Jahren im Jahr 2006. Gegenüber den Vorläuferstudien von 2000 und 2003 haben sich fast alle Bundesländer in den Naturwissenschaften stark verbessert.










