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"Deutschland vertut Chancen"

AfB Osnabrück sieht SPD-Forderungen bestätigt

Osnabrück. "Wir sehen uns in unseren Forderungen bestätigt, die SPD liegt richtig: Die Einführung von Studiengebühren ist ein Fehler, und die Bildungsfinanzierung muss vom Kopf auf die Füße gestellt werden", kommentierte der Vorsitzende der Osnabrücker Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB), Jens Martin, die aktuelle OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2008". Diese belegt, dass die Quote der Graduierten (Studienabschließer) eines Jahrgangs in Deutschland deutlich langsamer wächst als in den meisten OECD-Ländern. Im OECD-Schnitt stieg die Quote von 28 auf 37 Prozent, in Deutschland nur von 18 auf 21 Prozent. "Wir dürfen Schulabgängern nicht weitere Hürden in den Weg stellen", sagte Jens Martin weiter. Eine hohe Graduiertenquote sei Voraussetzung für ein gesundes Wirtschaftswachstum.

"Der Bedarf am Arbeitsmarkt wird durch die Absolventenzahlen nicht gedeckt. Deutschland vertut hier wichtige Chancen. Studiengebühren sind kontraproduktiv, sowohl in sozialer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht", stellte der Osnabrücker SPD-Politiker fest. Weiteren Handlungsbedarf sieht Jens Martin bei der Finanzierung des Primarbereichs. Die Ausgaben pro Schüler liegen laut der Studie unter dem OECD-Schnitt. "Die ersten Schuljahre sind besonders wichtig für die Entwicklung der Kinder. Es ist ein deutsches Paradoxon, dass sich das nicht auch in den öffentlichen Bildungsausgaben widerspiegelt", so Jens Martin. - Erfreulich sei jedoch, dass Deutschland weiterhin eines der wichtigsten Zielländer für internationale Studierende sei. "Das zeigt doch: Wir haben ein großes Bildungs-Potenzial. Es ist Aufgabe des Staates, es durch eine bessere und gezielte öffentliche Finanzierung effektiver zu machen", forderte Jens Martin abschießend.

 

 
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