Mädchen für technische Berufe interessieren
SPD sponsert Wanderausstellung in der Gesamtschule Schinkel
Osnabrück. Die Arbeitsgemeinschaften Sozialdemokratischer Frauen (ASF) Osnabrück - Land und Osnabrück - Stadt präsentierten zusammen mit den Jusos und der SPD in der Region Osnabrück in der Gesamtschule Schinkel eine Ausstellung des Kompetenzzentrums „Technik – Diversity – Chancengleichheit“. Die Wanderausstellung „Vision 2027 – Erfinde deine Zukunft! (Berufe, Exponate und Vorbildfrauen in Handwerk, Technik und Naturwissenschaften)“ zeigt eine Auswahl von Studiengängen und Ausbildungsberufen aus Technik, Handwerk und Naturwissenschaften. Zehn Banner-Displays, die frauenuntypische Berufe darstellen, dienen als Anregung für Mädchen und junge Frauen. Sie sollen auf besondere Weise Mädchen ansprechen, offen auf technische und naturwissenschaftliche Berufe zuzugehen.
Die Leiterin der Gesamtschule, Hildegrad Grewe, machte in ihrer Begrüßungsrede auf die großen Anstrengungen der Schule aufmerksam, junge Menschen auf dem Weg ins Berufsleben zu begleiten. Ausdrücklich wies sie darauf hin, dass Mädchen insbesondere auf die technischen Berufe aufmerksam gemacht werden.
Die Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF), Ulla Groskurt, machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass die sorgfältige Wahl des Berufes eine grundsätzliche Voraussetzung für den weiteren positiven Lebensweg ist. „Ich denke, Sie werden nicht erwarten, dass ich hier auf das seit Generationen gepflegte Vorurteil, Frauen und Technik passen nicht zusammen, besonders eingehe“, so die Landesvorsitzende. „Dieses Vorurteil wurde von der Wirklichkeit längst eingeholt. Erinnert man sich zwanzig Jahre zurück, war die Welt ohne Internet, Laptops, Handys, Navigationssysteme und mp3-Player. Heute ist unser Alltag mit Technik eine Selbstverständlichkeit geworden. Erfindungen bereichern unser Leben und natürlich auch das Lernen, die Arbeitswelt und die Freizeitgestaltung.“
Leider seien es immer noch lediglich zehn Berufe, für die sich 70 Prozent aller Mädchen entscheiden, so der Juso Vorsitzende Andres Mendes aus dem Landkreis Osnabrück. Da diese Berufe alle zum Dienstleistungssektor gehörten, seien eine eher niedrige Einkommenslage und generell geringere Aufstiegschancen im Berufsleben zu erwarten. Dass Mädchen viele Berufe erst gar nicht in Betracht ziehen, hat neben bedeutsamen persönlichen Konsequenzen für den Lebensweg auch schlimme Folgen für die Nachwuchssituation einiger Branchen mit guten Perspektiven.
Die ASF-Vorsitzende der Stadt Osnabrück, Beate Lechler, verwies auf eine Studie im Zusammenhang mit dem Girls Day 2008. Hier werde deutlich, dass erst zusammenwirkende Einzelmaßnahmen einen wirklichen Erfolg bringen. Angebote der Berufsorientierung könnten nicht aus einem Element allein bestehen, sondern müssten über Aktionstage, Informationsbroschüren, Beratungsgespräche und Praktika vermittelt werden. Erst das Zusammenwirken mehrerer Maßnahmen und die Begleitung des Orientierungsprozesses unterstützten junge Frauen in ihrer Entscheidung für einen technischen Beruf. Verbesserungsfähig, so die Untersuchung, scheine die Aufklärung an vielen Stellen zu sein. Hier liege der gesellschaftliche Auftrag, Jugendliche über verschiedene berufliche Optionen und Ausbildungs- sowie Studienmöglichkeiten zu informieren. Allerdings besagten Forschungen, dass die Angebote die bestehende Geschlechterkonstellation auf dem Arbeitsmarkt eher verstärken und die Hinwendung junger Frauen zu Technikberufen kaum unterstützt werde. „In den Schulen und in den Familien wird diesem Thema unterschiedlicher Wert beigemessen, letztlich wohl auch in den Unternehmen und selbst bei der Agentur für Arbeit. Wir müssen diesem Thema insgesamt mehr Aufmerksamkeit schenken“, so Beate Lechler.

Aufmerksam verfolgen Schülerinnen und Organisatoren Ulla Groskurts Ausführungen zum Thema „Mädchen in technischen Berufen“.










