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Power8 bietet keine Antworten

Der SPD-Bezirksvorstand Weser-Ems diskutierte mit den Betriebsräten aus Varel und Nordenham über die Zukunft der Airbus-Standorte in der Region

Varel(eb). Der Vorstand der SPD im Bezirk Weser-Ems hat sich gestern in Varel in einem Gespräch mit den Betriebsratsvorsitzenden Jürgen Bruns (Airbus Varel) und Michael Eilers ( Airbus Nordenham) über Per-spektiven und Auswirkungen des Sparprogramms Power8 der Airbus-Managements informiert.

„Es ist unbedingt notwendig, dass der in den letzten Tagen festzustellende regionale und überregionale Schulterschluss von Politik und Wirtschaft zum Erhalt der Airbusstandorte von nationaler Seite vorbehaltlos unterstützt wird“, forderte der Bezirks- und Landesvorsitzende Garrelt Duin die Bundesregierung auf. „Nur eine klare nationale Position zur Workshare-Verteilung im Airbus-Verbund bringt Sicherheit und Ruhe in den Konzern. Hier sind die Bundeskanzlerin und ihr Koordinator für Luft und Raumfahrttechnik gefordert.“

Dass das Power8-Programm der Airbus-Führung nur schlafkräftige Überschriften zu bieten hat, aber in der Substanz dürftig bis ungenügend sei, wurde von Jürgen Bruns massiv kritisiert. „ Es kann nicht sein, das ein hochproduktives Unternehmen, das über Jahre hinaus volle Auftragsbücher verzeichnet, durch nebulös begründete Maßnahmen über Verkauf, Umstrukturierung und Abbau so in Unruhe und Verunsicherung gebracht wird“, so Bruns.

Auch der Nordenhamer Betriebsratsvorsitzenden Eilers stellte fest, dass Airbus hat kein Nachfrageproblem sondern ein Angebotsproblem hat. „Wenn die hoch qualifizierten und vor allem hoch motivierten Mitarbeiter unter diesen Umständen nicht mehr bereit sind, für ein mit solchen Mitteln arbeitenden Topmanagement gegenüber auch noch mit Überstunden und Mehrarbeit in Vorleistung zu gehen, ist das nachvollziehbar“, resümierte Bruns die Stimmung in den Airbus-Betrieben der Region.

Auch Sven Ambrosi, Landrat in Friesland fühlte sich in die Gemütslage der Mitarbeiter ein: „Wie kann man eigentlich so mit Mitarbeitern umgehen, die sich seit Jahren der Globalisierung im Wettbewerb der Luftfahrttechnik stellen, deren Veränderungen aktiv und motiviert mitgestalten und diesen Leuten dann aufgrund schwerwiegender Managementprobleme einen Tritt geben. So etwas ist unanständig und menschenverachtend.“

Landrat Michael Höbrink dankte mit allen Anwesenden der ungebrochenen Unterstützung auch aus der Bevölkerung und aus allen Airbuswerken. „Die Menschen bei Airbus stehen hinter ihrem Unternehmen, sind hoch-motiviert und überzeugt von der Wettbewerbsfähigkeit ihres Produktes. Dies gilt für alle Standorte in Europa und deshalb kann das Problem auch nur auf europäischer Ebene gelöst werden. Man darf nicht auf den Ver-such der Konzern-Führung hereinfallen, die Probleme auf regionale und nationale Ebene zu verschieben und damit billig den schwarzen Peter vor Ort zu verteilen und sich aus der Verantwortung zu ziehen. Wir müssen gemeinsam und national das Know-hows der Luft- und Raumfahrttechnik in Deutschland durch einen Erhalt der Standorte im Airbus-Konzern sichern. Dieses Signal muss auch deutlich in Frankreich ankommen“, stellte abschließend Garrelt Duin vor dem SPD-Bezirksvorstand fest.

 

 
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