Notlösung im Hause Glos: CSU-Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl zur Maritimen Koordinatorin der Bundesregierung ernannt
Hinte/Berlin. Ich begrüße die Ernennung einer Maritimen Koordinatorin. Es ist wichtig, dass die Bundesregierung dieses wichtige Amt endlich wieder besetzt hat. Es hat eine enorme Bedeutung für den Standort Deutschland und die maritime Wirtschaft, so Garrelt Duin, MdB, Beauftragter für Industriepolitik der SPD-Bundestagsfraktion.
Aber die Ernennung von Dagmar Wöhrl löst Erstaunen aus. Das ist so, als würde man einen Ostfriesen mit der Organisation des Münchener Oktoberfestes betrauen, kritisiert Duin.
Die Ernennung eines Koordinators war überfällig. Offenbar hat Minister Glos im Vorfeld der 5. Maritimen Konferenz Anfang Dezember gespürt, dass der Druck aus der Branche zunimmt. Seit seinem Amtsantritt war die von Bundeskanzler a. D. Gerhard Schröder geschaffene Stelle unbesetzt. Dies hatte innerhalb der maritimen Wirtschaft für erheblichen Unmut gesorgt. Die jetzt getroffene Entscheidung kann aber nur als Notlösung angesehen werden.
Ursprünglich sollte Wöhrl Beauftragte der Regierung für Luft- und Raumfahrt werden. Daran wurde Kritik aus Politik und Wirtschaft laut, weil ihr Ehemann Hans Rudolf Wöhrl als Unternehmer in der Luftfahrtbranche aktiv ist.
Der Wechsel ins maritime Fach erschließt sich so jedenfalls nicht aus inhaltlichen Gründen. Vielmehr stehen bei den Personalentscheidungen des Ministers Glos (Schweinfurt) für Frau Wöhrl (Nürnberg), den Beauftragten für Tourismus, Hinsken (Straubing) und den Staatssekretär Wuermeling (Bayreuth) wohl andere Kriterien im Mittelpunkt.












