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Lehrer brauchen Praxis

SPD stellt Bildungskonzept für Lehrerfortbildung und Hochschulen vor

Oldenburg. Im Rahmen des Bildungsdiskurses der niedersächsischen SPD setzte sich am 26. April 2006 eine Expertenrunde aus Lehre, Hochschule und Politik in einer öffentlichen Veranstaltung an der Universität Oldenburg mit dem Schwerpunktthema Lehrerausbildung und Hochschule auseinander.

Prof. Dr. Schneidewind

Nach einer Einleitung der stv. Landesvorsitzenden Swantje Hartmann hob Prof. Dr. Schneidewind (Foto), Präsident der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg, in einem Grußwort die besondere Bedeutung der Fähigkeit des Blicks über den eigenen Tellerrand hervor. Dies sei eine Grundfertigkeit, die erforderlich sei, um das Bildungssystem in der Bundesrepublik zu erneuern.

"Die Lehrerausbildung muss von Anfang an einen klaren und verbindlichen Praxisbezug erhalten. Wenn man glaubwürdig den Ausbau der frühkindlichen Erziehung als Schlussfolgerung aus dem Pisa-Prozess fordert, muss die Konsequenz auch sein, dass die Lehrerausbildung optimiert und daran angepasst wird," stellte Wolfgang Wulf (MdL), Leiter der Projektgruppe Bildung im Landesvorstand der SPD, fest. Nachdem sich die Ausbildung der Pädagogen vom grundständigen Studium zu einer konsekutiven Ausbildung mit Bachelor und Master-Abschlüssen wandelt, sei eine enge Anbindung an die schulische Praxis notwendig. "Das spiegelt sich nicht nur in der intensiven Zusammenarbeit mit den Studienseminaren und der Begleitung aus den Schulen selber wieder, es muss dieser Ansatz auch flächendeckend ausgebaut und gefördert werden," fordert Wulf. Ziel der Reform sei es also, die Einführung der Stufenlehrerausbildung mit einem Bachelor-Grundstudium für alle und einem Master-Aufbaustudium für Primarstufe, Sek.1 und Sek. 2, berufsbildende Schulen und Förderschulen nahe an den Alltag in der Schule zu bringen.

Für den Bereich der Hochschulen wurde einhellig die Rückkehr zu einer uneingeschränkten Autonomie der höchsten Bildungseinrichtungen gefordert. Die durch die Haushaltsbegleitgesetze der CDU-Landesregierung vorgeschriebenen Eingriffe in die Selbstverwaltung der Universitäten konterkarierten die Anstrengungen und freiwilligen Selbstverpflichtungen in der Hochschulen Niedersachsens.
Auch die Zentrierung der Entscheidungen auf wenige leitende Funktionen in den Hochschulen hebele die Arbeit der demokratischen universitären Gremien aus. Das müsse rückgängig gemacht werden. Die von der CDU/FDP-Regierung eingeführten Studiengebühren werde für ein Erststudium wieder zurückgenommen, erklärte die Göttinger Landtagsabgeordnete und Bildungsexpertin der SPD-Landtagsfraktion Gabriele Andretta.
(Hans-Rainer Strang)



Gabriele Andretta und Wolfgang Wulf

Gabriele Andretta und Wolfgang Wulf

 

 
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