Unser Weg online
StartJung und dynamisch statt altbacken und langweilig

Jung und dynamisch statt altbacken und langweilig

Was Parteien tun können, um mehr Frauen für die Politik zu gewinnen

„Wie gewinnt man mehr Frauen für die Politik?“ lautete das Thema eine Veranstaltung im Rahmen der „SPD-Dialogwerkstatt“ der SPD im Landkreis Osnabrück. Auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) referierte und diskutierte die Politikerwissenschaftlerin Dr. Elke Wiechmann zu diesem aktuellen Thema mit Interessierten und Mitgliedern des Kreisvorstandes. Vor dem Hintergrund der Planung für die im kommenden Jahr anstehenden Kommunalwahlen gab sie interessante Hinweise für die Arbeit vor Ort.

Frauen, so lautete, ganz klar die Botschaft der Wissenschaftlerin von der Fernuniversität Hagen, wollen mit ihren Kompetenzen ernst genommen werden. Nur dann haben die Parteien eine Chance, sie für die politische Arbeit zu gewinnen.

Während Frauen in den Landesparlamenten mit durchschnittlich 30% vertreten sind, zeigt ihre im vergangenen Jahr durchgeführte Studie, dass Frauen insbesondere in den Kommunen des ländlichen Raumes deutlich unterrepräsentiert sind. Woran dies liegen könnte, machte Wiechmann anhand von knappen Thesen deutlich: Während Frauen stets unterstellt werde, sie interessierten sich nicht genügend für Politik und Männer eher gewählt würden, sei es doch vielmehr so, dass die Strukturen der Parteien für Frauen nicht attraktiv seien: „In der Regel werden in den Kommunen Menschen gewählt, die man kennt; und dort wo man die Kandidatinnen nicht genug wahrnimmt, muss die Partei dafür sorgen, dass sie bekannter werden.“

Hier gab sie den Hinweis, dass Frauen sehr genau wahrnehmen, wenn ihre beruflichen Kompetenzen nicht gewürdigt werden und sie auf kultur-, familien- und frauenpoltische Fragen reduziert werden. Da gelte es für die Parteien, die bildungs-, wirtschafts- und finanzpolitische Kompetenz, über die viele Frauen verfügten, stärker einzubinden. „Frauen haben ein sehr feines Gespür dafür, wenn unfair mit ihnen umgegangen wird und verfügen über ein sehr ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden“, betonte Wiechmann.

Scharfe Kritik übte sie auch an den Parteistrukturen, die weder Frauen noch junge Menschen ausreichend einbinde: Wenn Sitzungen zeitlich so stattfänden, dass nur Rentner daran teilnehmen könnten, klammere man die gesamte erwerbstätige Bevölkerung und damit zugleich wichtige Lebenserfahrungsbereiche aus, schaffe und verfestige zudem auch bestehende Machtstrukturen.

Dringend angeraten sei daher, dass die Parteiverantwortlichen auf Frauen zugingen und selbstkritisch ihre Strukturen dahingehend prüfen, wie attraktiv sie für jüngere Menschen sind. Dem SPD-Landkreisvorsitzenden Werner Lager und der ASF-Vorsitzenden Dr. Daniela De Ridder empfahl sie dringend, bei der Kandidatenaufstellung Frauen paritätisch zu berücksichtigen.

Bild von der Dialogwerkstatt

Interessante Aspekte in der zweiten öffentlichen Dialogveranstaltung der Landkreis SPD. Diesmal diskutierten Interessierte und SPD Mitglieder das Thema: Mehr Frauen in die Politik. Im Bild (v.l.n.r.) Werner Lager (SPD-Kreisvorsitzender) Ulla Groskurt (ASF-Landesvorsitzende / MdL), die Referentin Dr. Elke Wiechmann und Dr. Daniela De Ridder (ASF-Vorsitzende Landkreis Osnabrück)

 

 
Inhaltsübersicht Kontakt Barrierefreiheit Impressum Datenschutz